‚ augenblick & eigensinn

Dienstag, 4. Februar 2014

Eine wunderbare Idee...

Leider ist es nicht meine Idee, aber ich finde sie wunderbar: So wunderbar, dass ich gestern ein Quadrat gehäkelt habe... aber der Reihe nach!

Die liebe Tatjana aus Hamburg ist auf diese Idee gekommen, ihr findet sie unter "One world to snuggle" auf Facebook.
Ich selber bin darauf gestoßen, als ich mal kurz zur Entspannung durch die Kleinanzeigen eines bekannten Onlineportals gestöbert habe. Da ich mit den Ausdünstungen neuer Möbelstücke mittlerweile ein echtes Problem habe, ist das für mich eine brauchbare Alternative. :) Man braucht dann halt etwas Geduld, bis etwas passendes dabei ist und muss entsprechend oft stöbern...
Und es begegnen einem dann auch manchmal Ideen wie die von Tatjana, nicht gesucht, aber gefunden!

So eine Decke kann man gar nicht alleine häkeln - täte man das, wäre es eine andere Decke! Tatsächlich wird es auf diese Weise ein großes Werk aus lauter geschenkter Zeit und Zuwendung, absolut einzigartig und besonders.
Dazu will ich gerne beitragen und habe eben gestern Abend ein wenig gehäkelt, ein bisschen Wolle, ein bisschen Zeit  investiert und hier ist das Ergebnis:


Mein Quadrat, das ich per Post auf die Reise schicken werde...

Sicher kann man darüber geteilter Meinung sein, warum man einem wildfremden Menschen einfach so etwas schenken sollte, haltet mich für verrückt, ich glaube einfach, dass nichts in dieser Welt ohne Resonanz bleibt und dass es allen Menschen oft deutlich besser ginge, würde man häufiger von seiner Zeit etwas verschenken, in welcher Form auch immer. Täten das alle, gäbe es für niemanden einen Mangel. 
Vielleicht will ich auch einfach nur anders sein als die, die bei allem, was sie tun, direkt im Kopf haben, wo und wie ihnen ihre Handlungen einen materiellen Gewinn bringen könnten.
Ich jedenfalls habe schon gewonnen - und zwar mehr, als ich heute in einem Briefumschlag auf den Weg schicken werde:
die Auszeit gestern, mit Wolle und Häkelnadel auf dem Sofa, in Gedanken mit herrlichen bunten Ideen beschäftigt, habe einen netten Briefwechsel per Mail gehabt und gerade sehr gute Laune - alles in allem wie ich finde unbezahlbar!
Liebe Tatjana, ich wünsche Dir ein gutes Gelingen, werde den Werdegang der Decke verfolgen und freue mich, Teil eines solchen Projektes zu sein :)

Donnerstag, 30. Januar 2014

Eine runde Sache...


Ein Umzug und die damit verbundene Räumerei hat auch manchmal positive Seiten: Längst verloren geglaubte oder vergessene Schätze finden wieder ans Tageslicht. So ist mir beim Sortieren meiner angefangenen Arbeiten ein halb fertiges Mandala aus dem letzten Jahr in die Hände gefallen, dass ich immer mal zu ende malen wollte.

Obwohl ich nicht mehr so viel hinzuzufügen hatte, ist trotzdem das passiert, was so eintritt, wenn ich möglichst gleichmäßig versuche, immer rundherum im Kreis zu malen: es beruhigt unglaublich.
Ich plane nichts, sondern langsam und stetig fügt sich Bogen an Bogen, füllt sich mit Schraffuren und ich bin selber jedes Mal überrascht, über das fertige Bild, mit dem ich beschenkt werde. Nehmt einen Filzstift und probiert es aus! (Wer sich unsicher ist, zieht sich dünne Hilfslinien mit Bleistift, um das Blatt in gleichmäßige Abschnitte zu teilen, das macht es einfacher.Aber eigentlich gehören kleine Unregelmäßigkeiten dazu, damit es lebendiger wird :D) Viel Spaß!

Sonntag, 26. Januar 2014

Ein neues Jahr




Ein neues Jahr hat begonnen - zugegeben, es ist schon wieder etwas älter, nicht mehr so ganz frisch - aber ich bin im Stress der vergangenen Wochen und Monate mit Hauskauf und Umzug selten dazu gekommen, mir eine Kreativ-Pause zu gönnen und merke mittlerweile, wie sehr mir das fehlt. 
Da sich die Seiten meines alten ArtJournals, das mich von 2012 bis 2013 begleitet hat, alle in der Zwischenzeit gefüllt haben, wurde es Zeit für ein neues Buch - Zeit für Kunst!



Seit zwei Tagen nun bin ich endlich wieder im Besitz eines Schreibtisches und habe wieder eine Ecke für mich, in der ich schalten und walten und Chaos anrichten kann, wie es mir beliebt, eine lange vermisste Freiheit! 
Am Esstisch im Wohnzimmer zu arbeiten, kann zwar ganz nett sein, strapaziert aber erstens die Geduld aller, die diesen Tisch zwischendurch auch mal für so profane Dinge wie eine Mahlzeit nutzen wollen und zweitens ist es mühselig, immer all das Material, was gut verstaut in Kisten schlummert, heraus kramen zu müssen. 


Was wäre das neue Jahr ohne gute Vorsätze?
Ich mir vorgenommen, meine kreativen Pausen ernster zu nehmen, (Sinnbild für Pause ist die Tasse Milchkaffee auf meinem Schreibtisch, deshalb hat sie es auch aufs Titelbild geschafft), die Posts immer direkt zu schreiben, damit nicht so viel Fotomaterial im Dämmerschlaf auf meiner Festplatte verbringt und dem Traum vom eigenen Atelier näher zu kommen. Der Raum ist da, er muss "nur" renoviert werden - und so, wie er gerade noch aussieht, reicht das als guter Vorsatz für mehr als ein Jahr!




Donnerstag, 26. September 2013

Nur mal schnell zwischendurch



Jetzt habe ich so lange schon nicht mehr geschrieben, was aber nicht heißt, dass ich in der Zwischenzeit nicht kreativ gewesen wäre - aber halt immer nur so mal eben schnell zwischen Tür und Angel, im Vorbeilaufen oder unterwegs.
Dass aber auch in solchen kurzen Momenten kleine (und wenn ich "klein" sage, meine ich das auch!) Kunstwerke entstehen können, zeigen diese beiden kleinen Doodle-Mandalas, die jeweils 6-7cm im Durchmesser groß sind und die ich schon vor einiger Zeit mit Fineliner auf einem Bastelrest aus dicken Papier gezeichnet habe, inspiriert durch die Mandalamalereien von Carola aus meinem Kreativpädagogikkurs, zu finden in ihrem DaWanda-Shop farbfläche, und durch ArtJournal-Videos von Milliande.

Einmal im Zentrum begonnen, verselbständigt sich das Motiv in kürzester Zeit, und ich tauche ein in Kurven, Kreise, Punkte und Linien, ohne am Anfang auch nur eine Ahnung davon zu haben, wohin mich das Motiv dann tragen und wie es letztendlich fertig aussehen wird. Auf jeden Fall ist das sehr entspannend!



Mittwoch, 19. Juni 2013

So ein Ärgernis - oder: Ein willkommener Anlass?




Da ist auch schon das Ärgernis: Ein Loch im Canvas-Schuh meiner Tochter... um so ärgerlicher, da der Schuh gerade knapp zwei Monate alt ist und ansonsten gepflegt und wenig getragen aussieht. Leider wollte das Schuhgeschäft nichts davon wissen, Pech für den Käufer, wenn der Zeh Ambitionen hat, den Schuh zu durchstoßen und für Belüftung bei sommerlichen Temperaturen  zu sorgen.
Da die Schuhe ja nun leider nicht mehr umzutauschen sind, sind sie also für kreative Experimente freigegeben  und ich habe freie Hand, um mich auzutoben, immer mit dem Gedanken, dass man, ähnlich wie in der Malerei, auch ein Unglück wieder in Glück verwandeln kann.


Zuerst einmal habe ich also das Loch nach allen Regeln der Kunst gestopft, um eine gute Grundlage für weitere Ideen zu haben. Dazu habe ich Knopflochgarn verwendet, weil es deutlich fester und haltbarer ist als beispielsweise Sticktwist oder Perlgarn. Außerdem finde ich, dass das grobe Garn gut zur Webstruktur der Schuhe passt. 


Über die gestopfte Stelle habe ich dann mit Kettenstich eine Blütenmitte mit Blättern gestickt und sie mit kleinen einfachen Streublüten aus Kettenstich ergänzt, die ich locker und ungleichmäßig über die Schuhspitze verteilt habe, voilá...


Der erste Schuh war hiermit schon mal gerettet. Nach einiger Überlegung habe ich mich entschieden, den zweiten Schuh nicht spiegelbildlich zu arbeiten (einfach kann ja jeder ;D), sondern um einen französichen Schriftzug zu ergänzen, schließlich gehören diese Schuhe dem größten Frankreich-Fan, den ich kenne. 
Nach eingehender Beratung mit Papa Google (es lebe der Übersetzer!) habe ich mich für den Schriftzug:
 l' été (Sommer) entschieden, in dem Zusammenhang machen dann auch die Blüten Sinn. 



Das Ganze noch mit ein paar Streublümchen wie auf dem anderen Schuh garniert - und schon ist wieder einmal ein Ärgernis in etwas Schönes verwandelt worden und ich durfte kreativ sein, etwas, was im Moment in meinem Leben zwischen all dem Organisatorischen, das man manchmal zu bewältigen hat (und was seltsamerweise die Neigung hat, immer zugleich zu kommen) wenig Raum findet.


Voilá. der Sommer kann kommen!