augenblick & eigensinn: DIY
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Montag, 5. Dezember 2016

Für Weltenbummler

Im ganzen Stress um die Ausstellung sind nun die Bilder von meinem diesjährigen Adventskalender untergegangen, die ich Euch jedoch nicht vorenthalten will...

Wieder ist nämlich eines meiner Kinder (wenn auch nur vorläufig) zuhause ausgezogen, um die große weite Welt zu erobern. Meine Jüngste wohnt nun bei einer lieben Freundin in Hamburg, um den künftigen Berufswunsch mittels Praktikum zu erproben. Also musste ein neuer Adventskalender her, haben sich die Kinder doch viele Jahre lang 24 Säckchen geteilt, die traditionell ab dem 1. Dezember das häusliche Treppengeländer schmückten.

Letztes Jahr ging ein Kalender nach Großbritannien (hier), dieses Jahr habe ich lange, lange nach einem Stöffchen gesucht, Laden um Laden enttäuscht ohne Erfolg verlassen, ich gestehe, ich bin, was Stoffe angeht, ein "Bauchkäufer" - entweder, es passt auf Anhieb, oder es passt gar nicht.

So hatte ich dann zwar Anfang November vage Vorstellungen, aber keine richtige Idee. Ein Reisekalender sollte es werden, den man so ganz einfach mitnehmen und überall aufhängen kann (schließlich hat nicht jeder das passende Treppengeländer mit Tannengrün im Koffer). Der Kleiderbügel als Aufhängung stand also fest.

Und dann war sie plötzlich da, die zündende Idee: ein Kalender für Weltenbummler sollte es werden, hat das Kind doch dieses Jahr neben Amerika auch England und Frankreich einen Besuch abgestattet. Außerdem wird dem dreimonatigen Aufenthalt in HH ein laaaaaaanger Aufenthalt auf der anderen Seite der Welt, in Australien, folgen.

Der passende Stoff hat sich dann aus Leipzig auf die Reise zu mir gemacht und ich habe mich (zwischen Ausstellungsstress und Keks-Chaos) an die Nähmaschine gesetzt. Tadaaa!

Freitag, 22. April 2016

Mit der Hand geschrieben

"Handlettering" heißt das jetzt... Im Moment scheinen im Netz all die Dinge "in" zu werden, die mich schon als Jugendliche interessiert haben - das Schreiben mit der Hand beispielsweise.
Ich finde es gut, dass Handgemachtes verdientermaßen gerade wieder so hoch im Kurs steht. Ich liebe handgemachte Dinge - vor allen Dingen dann, wenn man ihnen die handwerklichen Fähigkeiten ihres Schöpfers ansehen kann. Hätte ich damals die Möglichkeiten gehabt, die ich heute habe, was hätte ich alles anstellen können (so im jugendlichen Tatendrang und ungebremst durch alles, was einem im Alltag so hinderlich sein kann...) Hach, nostalgische Stimmung...

Aber Scherz beiseite, der Nachbarjunge hatte Konfirmation, so etwas ist ja immer ein willkommener Anlass, um eine persönliche Karte zu gestalten.

Nicht zu verspielt sollte sie sein, dem Anlass angemessen und deutlich "handgemacht".
Also habe ich mich in mein Behelfs-Atelier verkrümelt und das Chaos dort auf mich wirken lassen - ich müsste mal wieder aufräumen. Aber in den letzten Wochen war mir nicht so...


Die Idee war auch ruck-zuck gefunden: Kratztechnik meets Handlettering!
Mit Ölkreiden habe ich einfach eine dicke Lage Farbe aufs Papier gekritzelt, dann Acrylfarbe mit einem Shampoo-Rest (nicht lachen, Spüli oder andere flüssige Seife geht auch) gemischt und gleichmäßig und dick darüber verteilt.


Während die Farbe trocknen musste, habe ich dann einen schnellen, schlichten Entwurf gezeichnet: "Zur Konfirmation" und das Datum in Form eines Fisches. Durch festes Aufdrücken ließ sich der Entwurf ganz einfach durch das Blatt hindurch in die weiche getrocknete Acrylfarbe eindrücken. Von der Seite und im rechten Licht besehen konnte man das ganz gut erkennen.


Die Acrylfarbe habe ich dann vorsichtig mit einem alten spitzen Dosenpieker abgekratzt und die darunter liegende Wachsschicht freigelegt. Erst ganz vorsichtig, dann habe ich jeden Buchstaben noch mal nachgearbeitet.


In eine Klappkarte habe ich ein Passepartout in Fischform geschnitten, mein Kunstwerk dahinter geklebt und noch einen Kartentext gestaltet. Fertig!



Inspiriert?

Sonntag, 13. März 2016

Doodle-Eier


Wie Ihr wisst, doodle ich nicht nur gerne auf Papier (z.B. hier und hier), sondern auch gerne auf jedem Material, was nicht schnell genug das Weite gesucht hat (z.B. hier). Dieses Jahr lachten mich im Vorbeigehen beim Discounter diese bunten Kunststoff-Eier an. Mit dem Wunsch, endlich ein bisschen Farbe in den verregneten März zu bringen, durften sie dann auch mit nach Hause, landeten auf meinem Schreibtisch... und warteten. Im Februar habe ich sie mitgebracht, um sie Anfang März dann nach draußen zu hängen - Pustekuchen! Sie lagen bis gestern warm und trocken auf meinem Schreibtisch.


Also habe ich mir schnell den Sharpie geschnappt, den die liebe Freundin meiner Tochter für mich aus den USA mitgebracht hat (ich muss sagen, alle schwärmen zu Recht von diesen Stiften, denn anders, als alle anderen Exemplare weißer Lackstifte, die ich besitze, trocknet dieser bislang nicht aus, wenn man ihn mal eine Woche lang nicht benutzt hat!) - und habe angefangen, die Eier mit ganz einfachen Mustern zu verzieren. Das ging so schnell, dass das erste Ei fertig war, bevor ich daran gedacht hatte, ein Vorher-Nachher-Foto zu machen. (Kleiner Tip: Reibt die Eier vor dem Bemalen mit Fensterreiniger ab, damit Ihr keine fettigen Fingerabdrücke auf dem Kunststoff habt, dann hält die Farbe besser...)


 Wie Ihr sehen könnt, muss das Ergebnis gar nicht perfekt werden, wirklich komplizierte Muster lassen sich auf den glatten Eiern auch gar nicht so gut umsetzen. So geht das Ganze dann auch wirklich fix vonstatten und bei mir hängen die bunten Eier jetzt als kleiner bunter Farbklecks im Vorgarten.


Und im Gegensatz zu allen bunten Frühlingsblühern, die ich im Herbst extra eingebuddelt habe, sind diese Kunststoff-Eier resistent gegen Rehe und andere hungrige Nager, die sich Nacht für Nacht in unserem Vorgarten gütlich tun und jede Tulpe, jede Traubenhyazinthe, jedes Blausternchen und jedes Hornveilchen bis auf Stumpf und Stil abgenagt haben. Ich muss dringend Drahtkörbe für meine Stockrosen basteln, die ersten Blätter sehen auch schon reichlich ramponiert aus!

Freitag, 11. März 2016

Einfach von der Rolle



Wollte ich noch beim letzten Post ganz optimistisch in die Bastelphase starten, hat mich erst mal ein Magen-Darm-Infekt (schönen Dank an den Bazillo-Saurus) und direkt im Anschluss ein Virusinfekt lahm gelegt... Gebastelt habe ich zwar trotzdem, und auch fleißig gezeichnet, aber lange nicht alles fotografiert (bei Regenwetter und im Lampenlicht wird das sowieso nix) und gebloggt habe ich schon mal gar nicht. Tut mir leid... ich versuche mich zu bessern...

Stattdessen bin ich dabei, in meine Selbständigkeit zu starten und kämpfe mit all den Hürden, die einem in Deutschland so begegnen können. In den letzten Wochen habe ich so unglaublich viel über Dinge gelesen, die mich eigentlich nicht die Bohne interessieren, die aber nun mal leider notwendig sind.

"Lesen" bedeutet, dass ich mich in mein "Büro" verkrümel, das hinterm Wohnzimmerschrank wohnt. Ja, ganz richtig gelesen, hinterm Wohnzimmerschrank...
Da wir in unserem Haus aktuell nur zwei Zimmer, Küche, Bad unterm Dach bewohnen können - der Rest ist wirklich und ehrlich nicht zum Wohnen geeignet - haben wir die Räume kurzerhand mit Schränken in Bereiche aufgeteilt. Für den Moment eine super Lösung, aber es gibt Tage, da gehen einem diese provisorischen Lösungen tierisch auf die Nerven. Ganz besonders, wenn man lauter bürokratisches Zeugs liest...

Was tut "Frau" also irgendwann? Richtig! Prokrastinieren vom Feinsten... aber das Ergebnis, finde ich, kann sich sehen lassen.

Um mich gewissermaßen selbst zu überlisten, habe ich die hässlichen Ordner für den Bürokram aufgehübscht, ganz

... einfach von der Rolle...

Und das ist wörtlich zu nehmen! Als ich nämlich so am Schreibtisch saß, fiel mein Blick auf die schönen bunten Rollen mit Washi-Tape... ich konnte einfach nicht widerstehen :) 

Jetzt haben alle Ordner-Rücken für meine zukünftige Selbständigkeit ein individuelles Etikett und ich habe es doch noch geschafft, alles Nötige brav darin abzuheften. Geht doch!

Freitag, 8. Januar 2016

Hurra, ich habe Post!



Heute kam ein Päckchen an, auf das ich mich schon eine Weile freuen durfte, am 27.12.15 habe ich nämlich E-Post von Sarah von Rotkehlchens Blog bekommen, dass ich bei Ihrer Verlosung gewonnen habe. Juchu!!!

Und jetzt ist es endlich da: Das Bastelset von Wedo! Nochmals ein ganz dickes Dankeschön!!!


Nachdem ich das Päckchen ausgepackt habe, prickelt es schon in den Fingern, alles mal auszuprobieren. Zum Glück ist morgen Wochenende - und, wenn ich mich recht erinnere, habe ich erst Sonntag wieder etwas vor. :) Zeit genug also, morgen mal alles einer gründlichen Prüfung zu unterziehen. (Dann ist das Licht auch besser und ich bekomme hoffentlich vernünftige Fotos.) Mein Hirn produziert schon Ideen am laufenden Band, was ich denn jetzt alles mal machen könnte.
Ich halte Euch auf dem Laufenden, was daraus geworden ist, versprochen!

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Noch mehr Ideen mit Geschenkpapier

Wenn Euch die Kugeln auf Dauer zu langweilig werden, Ihr Euch aber schon so richtig "warm" gebastelt habt, habe ich hier noch eine weitere Idee für Euch, gefunden bei Barbara von "Dramaqueen-at-work". Danke an dieser Stelle für die tolle Anleitung, die Sterne habe ich in der Weihnachtszeit als Wichtelgeschenk gebastelt...


Wenn ich es schaffe, gibt es morgen noch eine weitere "Kugel-Anleitung", ich gebe mir Mühe...

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Upcycling - oder: Kugeln aus Papier!

Die Weihnachtstage sind vorüber, alle liebevoll verpackten Päckchen verschenkt und ausgepackt, der meiste Besuch ist wieder abgereist und man räumt so vor sich hin, um wieder ein wenig Normalität in den Tag zu bekommen.
Und irgendwann stößt man dabei unumgänglich auf den Stapel mit dem benutzten Geschenkpapier. Geht das nur mir so, dass ich es zu schade für den Müll finde? Oder bin ich nur einfach von lieben Menschen umgeben, die sich mit dem Einpacken und der Auswahl des Papiers sehr viel Mühe geben? 
Spontan kam mir da gerade so eine Idee und ich habe die dann direkt auch in die Tat umgesetzt und schon mal einen Prototypen gebastelt...
Eine Kugel aus Geschenkpapier! Morgen folgen vielleicht die nächsten, hier aber erst mal die Anleitung: 
Ihr braucht folgendes Werkzeug:


einen Papierstanzer in Kreisform oder einen Kreisschneider (oder ihr benutzt ganz konventionell eine Schere), einen Klebestift, einen Pappstreifen (ein breites Lineal tut es auch), feines Häkel- oder Stickgarn und im Zweifel einen Bleistift, um Kreise aufzuzeichnen, wenn Ihr keinen Stanzer benutzt und natürlich Geschenkpapier :)


Als erstes habe ich einen Faden von ca. 70-80cm Länge abgeschnitten und doppelt über den Pappstreifen gelegt (auf dem Foto habe ich leider nur den ersten Versuch mit einfachem Faden dokumentiert, nehmt besser einen doppelten Faden, der einzelne ist bei mir gerissen...). Dann habe ich den Pappstreifen ca. 50x mit dem Garn umwickelt. Hier gilt: je dicker das Garn, desto weniger Wicklungen braucht Ihr, um eine schöne Quaste zu bekommen.
Dann habe ich den Doppelfaden stramm um die Wicklung geknotet und diese genau gegenüber durchtrennt. Dann bindet man der Quaste noch ein "Köpfchen" ab, und fädelt, je nach Wunsch, eine dicke Perle über den Doppelfaden.




Nun schneidet Ihr für eine Kugel fünf Kreise aus. Wenn Ihr den Stanzer benutzt, kann es passieren, dass das Geschenkpapier zu dünn ist und franst. Schiebt es einfach mit einem Rest dünner Pappe zusammen in den Stanzer, dann werden die Kreise sauber ausgestanzt. 


Eure Kreise faltet Ihr einmal in der Mitte, dann bestreicht Ihr den ersten Kreis mit Kleber und klebt das Quastenband genau auf der Faltung fest.




Den nächsten Kreis bestreicht Ihr nur zur Hälfte mit Kleber, die unbestrichene Hälfte klebt Ihr auf den ersten Kreis, jeweils mit der Mittelfaltung parallel zum aufgeklebten Band.


Wenn Ihr mit den anderen drei Kreisen so fortfahrt, könnt Ihr dann den letzten Kreis mit der zweiten Hälfte wieder auf den allerersten Kreis kleben und bekommt eine Kugel, die von oben sternförmig aussieht. 


Voilà, die erste Kugel ist geschafft, weitere werden folgen!




Sonntag, 27. September 2015

Ein letzter Sommergruß




Nachdem ich nun fast zwei Wochen lang mit einer Nierenbeckenentzündung gelangweilt im Bett und auf dem Sofa verbracht habe, hatte mein Kopf genug Zeit, Idee über Idee zu spinnen. Dumm nur, wenn man dann nicht direkt alles in die Tat umsetzen kann, wie ich es sonst gerne tue :). Aber mir ging es tatsächlich so miserabel, dass ich auf dem Sofa liegen geblieben bin und die Ideen nur im Kopf habe drehen lassen. Das passiert wirklich selten!

Gestern hat mich die Sonne dann aber doch in den Garten gelockt, um wenigsten ein bisschen die Blütenpracht des Spätsommers zu genießen.

Und natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen, mich zu einem klitzekleinen DIY-Projekt hinreißen zu lassen, um die sommerliche Pracht noch einmal einzufangen.



Vor längerer Zeit schon habe ich mit einem Spachtel (um einen Rest Farbe zu verbrauchen, den ich noch auf der Palette hatte), ein Stückchen Pappe mit Acrylfarbe eingefärbt. Auf diese Weise landet die Farbe nicht im Ausguss, was erstens Verschwendung und zweitens auch nicht gut fürs Abwasser wäre, sondern ich habe immer einen Stapel individueller Pappen/Papiere parat, wenn es ans Basteln geht. Aber natürlich kann man auch eigens für dieses kleine Mobile Papier einfärben. Wer keine Acrylfarbe zur Hand hat, nimmt dickes Aquarellpapier und Wasserfarben, das erfüllt auch seinen Zweck.


Um die Kreise in unterschiedlichen Größen auszuschneiden, habe ich einen Kreisschneider benutzt, es geht aber genau so gut mit Tassen, Eierbechern, Flaschenböden - runde Formen, die sich als Schablone anbieten, lassen sich leicht im Haushalt finden.


Als nächstes habe ich die Kreise mit einem weißen Lackstift mit stilisierten Blüten bemalt, kurz trocknen lassen und mit einem Lochstanzer jeweils zwei gegenüberliegende Löcher zum Aufhängen ausgestanzt. Zum Auffädeln habe ich Nylonfaden benutzt, Nähgarn geht natürlich auch - fertig ist ein kleines, aber feines Mobile.


Um es hier zu präsentieren, habe ich es in den Apfelbaum gehängt, viele, viele, viele Fotos gemacht - und mich über den Wind geärgert, der es unmöglich gemacht hat, mal alle fünf Blütenscheiben gleichzeitig ins Bild zu bekommen. So war das nicht gedacht! Irgendwann habe ich also aufgegeben, und das Mobile fürs Foto an einen Balken in unserer Deele gehängt (und promt auch eine Blüte nicht mit ins Bild bekommen ^^). Am Fenster ließ es sich nämlich im Gegenlicht auch nicht fotografieren.



Viel Spaß beim Nachmachen, ich freue mich über Kommentare und Fotos :)

Donnerstag, 22. Mai 2014

Nur mal zur Anregung: DIY-Vintage-Bilder

Gerade eben scheint die Sonne auf unser altes Dach und die Temperaturangabe auf dem Thermometer im Wohnzimmer steigt und steigt... Nicht, dass es nicht auch so schon unerträglich warm wäre, diese Zahlen beim Klettern zu beobachten, macht alles nur noch schlimmer. 40,2°C sind nicht lustig!
Also versuche ich es mit Ablenkung und möchte Euch eine ganz einfache Idee vorstellen, um ein paar schöne Bilder an die Wand zu bekommen.


Die Idee kam mir, als ich mich bei Schacht&Westerich im Wandsbeker Quaree in Hamburg in zwei Postkarten von fotoeigenArt.ch verliebt habe. Sie sind beide von Annemarie Oerer fotografiert und die Farben und Motive lachten mich so an, dass ich nicht vorbei gehen konnte. Aber es lassen sich natürlich beliebige Motive verwenden, Kinderfotos oder Schwarzweißbilder zum Beispiel, um individuelle Geschenke zu kreieren - da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt!

Was braucht man?

Fotografien, Postkarten oder Bilder
Farbkopierer oder Drucker
Pinsel oder Schwammapplikator
passende Keilrahmen mit Leinwand
Acrylfarbe, Gel-Medium, Krakelier-Lack und ein bisschen Geduld


Zuerst einmal habe ich die beiden Karten auf meinen Drucker gelegt und eine Farbkopie gemacht.(Die Farben werden zwar auf Dauer nicht so haltbar sein, sondern irgenwann verblassen, aber für meine Idee sind die Postkarten vom Material her einfach zu fest.) Als nächstes habe ich die Bilder vorsichtig ausgerissen (nicht geschnitten), weil sich die gerissenen Kanten besser kleben lassen und sich nicht so leicht lösen.
Aus meinem Fundus habe ich mir zwei Keilrahmen ausgesucht, die einen etwas breiteren Rand bilden.


Für die Grundierung habe ich mir einen dunklen Farbton angemischt, der in beiden Bildern vorkommt, und die Farbe möglichst gleichmäßig auf beide Keilrahmen aufgetragen (Achtung: Die Seitenränder nicht vergessen!) Während ich mir dann einen Cappuccino gekocht habe, konnte die Farbe trocknen (was bei Acrylfarbe ja relativ fix geht) und ich konnte dann die Kopien mit einer Schicht aus mattem Gel-Medium aufkleben und mit einer dünnen Schicht darüber fixieren. Und wieder hieß es warten, bis auch diese Schicht getrocknet ist. (Kleiner Tip: Ungeduldige helfen vorsichtig mit dem Fön nach... dreimal dürft Ihr raten, was ich natürlich gemacht habe... Der Cappuccino war sowieso noch viel zu heiß!)


Im nächsten Schritt kommt die Herausforderung für ganz Ungeduldige: Der Krakelier-Lack! Er wird (Packungsaufschrift beachten, alle Produkte sind ein bisschen unterschiedlich!) gleichmäßig mit kurzen Pinselstrichen auf die gesamte Leinwand aufgetragen und musste in meinem Fall über Nacht trocknen. Ich bin also doch noch zu meinem Tässchen Cappuccino gekommen (und habe dann andere Bilder in mein ArtJournal gemalt).
Am nächsten Tag kam dann der Schritt, auf den ich schon sehnsüchtig gewartet hatte: Die letzte Farbschicht!
Im Bereich der Kopie habe ich auf den Krakelier-Lack mattes Gel-Medium aufgetragen, für die Ränder habe ich mir ein blasses Blau (mit viiieeeel Weiß drin) gemischt und möglichst zügig und unregelmäßig rund um das Foto aufgetragen. Der Krakelier-Effekt wird relativ schnell beim Trocknen der Farbe sichtbar.


 Viel Spaß beim Nachmachen! Vielleicht mag mir ja der ein oder andere von seinen Erfahrungen berichten, ich würde mich freuen!

(Nachsatz: Hurra! Ablenkung hat geholfen! Die Temperatur sinkt - obwohl mein Laptop höllenheiß geworden ist - nur noch 39,5°C!)

Sonntag, 13. April 2014

Wer sagt, dass es immer Papier sein muss?

Aus einer Laune heraus habe ich neulich an einem sehr trüben Tag bei einem Billig-Discounter zwei kleine Vogelhäuschen-Rohlinge für kleines Geld erstanden. Irgendwie wollten die einfach gekauft werden :). Zuhause angekommen habe ich sie dann einfach erst einmal mit Acrylfarbe grundiert und gestern habe ich mir die Zeit genommen, mit einem Lackstift diese Häuschen zu "bedoodlen".


Doodlen macht Spaß, allerdings ist der Lackstift auf rauen Flächen ein Kapitel für sich, aber das hatte ich ja schon bei meinem Gartendoodle festgestellt.

                                        

Jetzt hatte ich also zwei so kleine Häuschen und habe überlegt, was ich damit weiter so anstellen kann. Der Zufall kam mir auf dem Weg zur Werkstatt zur Hilfe, als ich mir Schraubhaken zur Befestigung holen wollte, An der Wand zur Werkstatt lehnte nämlich noch ein Zaunrest von den Vorbesitzern. Zwei mickerige Latten, die keine Verwendung mehr finden wollten. Hm...


Nachdem ich die Häuschen probehalber auf dem Zaunrest drapiert hatte, habe ich beschlossen, auch den Brettern eine Doodle-Kur zu gönnen...


... und da der Lackstift nicht wirklich auf dem moosigen Holz malen wollte, habe ich einfach mit Acrylfarbe Blumen angedeutet und mit dem Lackstift nachher darüber gemalt, das ging deutlich besser.


Dann habe ich in meinen Bastelkisten auch noch zwei alte Vögel aus Blech gefunden, die farblich wunderbar dazu passten, und habe das ganze in die Werkstatt getragen, um die Häuschen auf den Brettern und die Bretter wieder vernünftig an der Unterkonstruktion festzuschrauben. Weil aber nur noch zwei Zaunbretter vorhanden waren, der Platz aber für drei reichte, habe ich einfach aus dem Fundus abgewitterter Holzbretter, aus denen ich auch schon mein Gartendoodle gebaut habe, ein Stück in der Mitte dazugeschraubt und mit Haken für die Blechvögel versehen. Das Ergebnis verschönert jetzt den Garten (und lenkt von der fürchterlichen Alu-Haustür im Stil der 70er ab, mit der unser Haus verunstaltet wurde. Mein Trost ist, dass wir diesen Schandfleck bei Gelegenheit dann durch etwas Hübscheres ersetzen werden!)




Donnerstag, 10. April 2014

Ein Gartendoodle

Heute ist so ein Tag, an dem man sich fragt, warum nicht im Leben mal einfach etwas geradeaus laufen kann. Warum muss immer alles so kompliziert sein? Da die Antwort darauf leider auch immer etwas komplizierter ausfällt, bin ich an solchen Tagen genervt und gefrustet, ungeduldig und miesepetrig. Da hilft dann nur eins: Einigeln und sich an irgendeinem Kreativ-Projekt festbeißen, was schon lange im Hinterkopf herumschwirrt.

Also habe ich mir im Schuppen die alten Bretter vorgenommen, die ich, ihrer schön verwitterten Lackschicht wegen, vor dem Ofen gerettet habe. "Was willst Du denn damit schon wieder?", wurde ich kopfschüttelnd gefragt.

 Nun, ich gebe zu, dass es für einen Außenstehenden einfach nur entsetzlich abgewrackte, olle Bretter sind, die ich im Herbst mit glücklichem Grinsen im Gesicht beiseite geschafft habe. Für mich sind es Schätze, denn einen solchen Farbauftrag künstlich herstellen zu wollen, wäre eine echte Aufgabe. Außerdem produzierte mein Gehirn ja angesichts der sanften Farbverläufe und eigenwillig rissigen Oberflächen eine Idee nach der anderen. :)


Also habe ich mir die schönsten Stellen heraus gepickt, die Bretter gerade abgesägt, oben mit windschief zugesägten Giebeln versehen und von hinten eine Holzplatte gegengeschraubt, fertig war die Häuserfront!
Beim Versuch, auf diesen Brettern zu doodlen, stellte sich jedoch heraus, dass die Oberfläche viel zu saugfähig und moosig war, Acrylfarbe zog sofort ein und mit dem Paint-Marker war ein Arbeiten undenkbar. Was tun? Ich habe also das ganze mit einer dicken Schicht Acryllack überzogen, wodurch leider die Farbigkeit etwas gelitten hat. Dafür konnte aber nun der Paint-Marker zum Einsatz kommen. Allerdings ist Doodlen auf so einem Untergrund eine echte Herausforderung!


Nachdem ich aber die Geduldsprobe bestanden hatte, ging es mir deutlich besser als vorher und ich habe glücklich ein bisschen Deko in unseren Garten getragen :). Der Garten wird mit jedem Tag schöner, alles beginnt zu blühen. Bis unser Häuschen samt Atelier so weit ist, brauchen wir da wohl noch eine Weile, denn erst einmal legen wir gerade das Erdgeschoss in Schutt und Asche auf der Suche nach unserem immer noch verstopften Küchenabfluss. Das man dabei mit Logik nicht unbedingt weiter kommt, da in diesem Haus von 1750 alles möglich ist, gehört zu den Erfahrungen, die wir jeden Tag aufs Neue bestätigt sehen. Aber was wäre das Leben ohne Herausforderungen und Überraschungen? (Die gute Überraschung ist, dass wir mehr altes Fachwerk gefunden haben, als wir zu träumen gewagt hätten...)


Dienstag, 11. März 2014

Schablonenbau

Nein, ich habe meine Gelatine-Druckplatte noch nicht ausprobiert, noch liegt sie hier unbenutzt auf meinem Schrank - im Moment bin ich mit Graphitstift im Zeichenrausch, um Schablonen für meinen geplanten Gelatine-Druck zu entwerfen.
Da mich die Farben und Ergebnisse meiner letzten Experimente mit Acryltinte, Folie und Salz sehr an Unterwasserwelten erinnert haben, habe ich also begonnen, Fische zu zeichnen, immer mit dem Hintergrund, dass ich diese Zeichnungen zu Schablonen weiterverarbeiten möchte. Dabei ist mir sehr zugute gekommen, dass ich als Jugendliche sehr viele Scherenschnitt-Illustrationen angefertigt habe. Vielleicht war ich etwas aus der Übung, aber verlernt habe ich es zum Glück nie...


Der Tisch in meinem "Behelfsatelier" ist etwas klein und quillt schnell über, aber ich bin ganz glücklich, auf diese Räumlichkeiten ausweichen zu können und nicht mehr im Wohnzimmer oder auf dem Küchentisch arbeiten zu müssen. Es tut einfach gut, alles liegen lassen zu können, bis es mit der Arbeit weiter geht.

Und ich bin den Fotografen sehr dankbar, die all diese wunderschönen Bilder ins Internet stellen, die es mir ermöglichen, detaillierte Zeichnungen anzufertigen!

Außerdem habe ich mich nach den ersten etwas unglücklich verlaufenen Versuchen an den Lötkolben und seine Eigenheiten gewöhnt, über mich in Geduld und komme mittlerweile zu ganz passablen Ergebnissen. Diese Schablonen werde ich mit unterschiedlichen Techniken bearbeiten, ich kann sie nicht nur für die Gelatine-Platte nutzen, sondern auch für eine ganz normale Schablonentechnik mit Farbe oder Tinte, bzw. für den Einsatz von Modelierpaste, wobei das sicher nicht mit jeder Schablone funktionieren wird... Aber ich bin gespannt, Versuch macht klug :D.






























Als nächstes werde ich mich jetzt der Gestaltung von Unterwasserwelten widmen. Dafür studiere ich seit Tagen Bilder von Algen und Korallen und bin jedes Mal aufs Neue überwältigt von der Farben- und Formenvielfalt, die die Natur zu bieten hat. Sollten mir jemals die Ideen ausgehen, um ein Doodle zu malen, weiß ich, dass es ausreichen wird, Bilder von Korallen anzuschauen!


Montag, 24. Februar 2014

Idee und Wirklichkeit

Tja, die fixen Ideen...

Um mit der Gelplatte drucken zu können, was ich eigentlich im Sinn habe, benötigt man Masken oder Schablonen. Zur Probe habe ich also erst einmal ein paar einfache geometrische Motive entworfen. Diese könnte man natürlich einfach aus Papier schneiden, nur sind sie dann leider nicht mehrfach benutzbar, man macht sich also viel Arbeit für wenig Erfolg. Deshalb sind die meisten Schablonen, die man kaufen kann, auch aus dünnen Kunststofffolien geschnitten.
Wie nun aber die eigenen Ideen in Kunststoff schneiden? Vielleicht mit einem Lötkolben? Gesagt, getan, oder?
Wenn man vor hat, Kunststoff zu verschmoren, sollte man das tunlichst nur in gut belüfteten Räumen tun. Also kommen Wohn- und Arbeitszimmer im noch kalten Februar eher nicht in Frage. Also habe ich, angetrieben von der Idee, erst einmal Kartons zur Seite geräumt, um einen Platz am Licht zu ergattern. Dann habe ich einen Tisch aufgebaut, Strom mittels Kabeltrommel dorthin befördert, mir ein altes Brett als Unterlage organisiert und dann doch auch noch eine Lampe geholt, da es mittlerweile dunkel zu werden begann.

Der neue Arbeitstisch im Behelfsatelier
Endlich konnte ich mich mit Feuereifer in die Arbeit stürzen - und war mächtig enttäuscht von den Ergebnissen. Der Kunststoff schmorte mehr oder weniger unkontrolliert unter dem Lötkolben dahin, mal mit wenig Erfolg, mal mit tiefen Löchern, er zog Fäden, insgesamt nicht unbedingt das, was ich mir so ausgemalt hatte.


Die Ergebnisse waren so niederschmetternd, dass ich die letzte Schablone dann mit einem Cutter geschnitten habe - mit deutlich besserem Ergebnis. Allerdings sind hier die Gestaltungsmöglichkeiten begrenzt, da sich sehr feine Formen, zumal mit engen Bögen und Windungen nur schwer schneiden lassen und die spröde Folie leicht einreißt. 
Also habe ich es an dem Abend damit bewenden lassen und mir nachts den Kopf darüber zerbrochen, wie sich die ungleiche Hitzeverteilung vermeiden lässt. Vielleicht durch eine andere Unterlage? 
Am nächsten Morgen habe ich dann den zweiten Versuch gemacht, diesmal mit einer Scheibe aus einem alten Bilderrahmen. Das Ergebnis ist sicher auch noch verbesserungsfähig, aber auf jeden Fall ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung: 

Die Folie löst sich gleichmäßig beim Brennen
Bei runden organischen Formen funktioniert das Herauslösen sehr gut, wenn man jedoch kleine, winklige Stücke herausschneiden will, sind die Ecken ein Problem. Da ist dann der Cutter wohl doch die bessere Wahl. 

Motive einmal auf der Holzplatte (oben) und einmal auf der Glasplatte (unten) gebrannt
Einige Versuche werde ich wohl noch machen müssen, bis ich die Motive schneiden kann, die ich im Sinn habe, aber es wird. Wie heißt es immer so schön? "Gut Ding will Weile haben!" - Eine Herausforderung für Ungeduldige!