augenblick & eigensinn

Montag, 11. August 2014

Der Knoten ist geplatzt...

Warum er das getan hat? Höchstwahrscheinlich, weil ich eigentlich etwas ganz anderes machen wollte...
Meinem letzten Post mit den Schönheiten aus dem Garten sollte ein zweiter folgen, in dem ich meine Inspirationsquelle Nr. 2 "Strukturen" vorstellen wollte. Da es aber leider so windig war, dass meine Fotomodelle immer davon geflogen sind, müsst ihr auf diesen Post noch ein bisschen warten :).

Stattdessen habe ich die Küche aufgeräumt und mir überlegt, dass die Eierschalen vom Frühstück doch eigentlich viel zu schade sind, um sie wegzuwerfen. Ich werde (meistens nicht ganz unbegründet) laufend mit der Frage: "Ist das Kunst oder kann das weg?" liebevoll aufgezogen. Meine Strukturpaste, die ich ich so sorgsam gehütet habe, ist leider unrettbar eingetrocknet, neue noch nicht in Sicht, und die Eierschalen schienen sich da wirklich aufzudrängen. Was, wenn man Eierschalen zerbröselt, sie mit Leim mischt, das ganze später mit Gesso grundiert, dunkel tuscht, um die Struktur mit Schatten zu versehen und sie so hervorzuheben.......

Kurzerhand bin ich also in mein Behelfsatelier gestiefelt, um zumindest das "mal eben" auszuprobieren. Leim also mit dem Spachtel auf die Leinwand, Eierschalen dazu - und, wenn man schon mal dabei ist, auch ein paar gesammelte Samenkapseln von den Schönmalven aus dem Garten dazu (die einfach auch zu schade waren, um sie wegzuwerfen) und schon wartete die erste Leinwand auf den Trocknungsprozess. Im Grunde ist sie nur ein Testfall für ein ganz anderes Bild, dass ich schon ganz lange im Sinn habe, zu dem mir aber noch die passende Technik fehlt, um es so zu realisieren, dass es meiner Vorstellung entspricht.

Ein erster Schritt ist gemacht und trocknet, trocknet, trocknet...

Für dieses Bild benötige ich auch vielfarbiges Papier oder eine Technik, die so eine Vielschichtigkeit erzeugt, warum also nicht die Trockenzeit nutzen, um ein bisschen weiter zu experimentieren?

Druck auf schwarzem Tonkarton

Ich habe also die durch die anderen Drucke sehr in Mitleidenschaft genommene Gel-Platte hervorgeholt und (weil es ja nur Versuche sein sollten) auf allen Untergründen gedruckt, die sich so im Laufe der Zeit und des fleißigen Sammelns von Wohlstandsmüll angesammelt hatten: Seiten aus einer Illustrierten (mal sehen, wie es sich so auf laminiertem Papier drucken lässt), Pappeinleger von Bekleidung, Seidenpapier (matt und glänzend), Goldpapier (von einer Schokoladentafel), Werbebroschüren, Hausaufgaben-Fehldrucke meiner Tochter...

Druck auf einem roten Werbeflyer

Zuerst habe ich natürlich brav das Ziel verfolgt, einfach nur buntes Papier herzustellen, und bin jedesmal begeistert davon, wie unberechenbar dieser Prozess ist.

Druck auf mattem Seidenpapier, beidseitig bedruckt

Natürlich kann man die Farbe bestimmen, mit der man druckt, man hat auch Einfluss auf die Schablone, die man auflegt, aber das Ergebnis auf dem Papier ist trotzdem immer wieder grandios und fazinierend. 

Ebenfalls Seidenpapier, diesmal glänzend und einseitig bedruckt

Um so mehr, als ich einfach nur planlos Farbe aufgetragen, eine Seite bedruckt und zur Seite gelegt und mit der restlichen Farbe auf der Platte (nach Abheben der Schablone) die nächste Seite eingefärbt habe.

Zerknittertes Seidenpapier - ziemlich nah an dem, was ich gerne erzeugen wollte

Das ganze habe ich so fortgeführt, bis der Trockenplatz mit 30 Seiten Papier ausgeschöpft war, und dann einfach mit einer zweiten Schicht wieder von vorne angefangen.

Auf rauer Packpappe mit Metallic-Farbe

In der dritten Schicht hat es mich dann gereizt, doch noch einmal eine meiner selbstgemachten Fisch-Schablone zu benutzen - aber seht selbst.


Auf rauer Packpappe

Auf Schokoladenpapier ;)

Auf laminiertem Papier aus einer Illustrierten

Auf mattem Seidenpapier, zweiseitig beedruckt
Auf Werbung


Nach fast zwei Stunden habe ich dann die Gel-Platte gesäubert (mit dem festen Vorsatz, jetzt aufzuräumen und das von mir erzeugte Chaos aus Papier und Schablonen wieder etwas einzudämmen), als mir einfiel, dass ich doch endlich meinen "Header" neu machen will und dafür noch ein Aquarellbild vorbereiten wollte (dass dann schon mal bis zur weiteren Bearbeitung trocknen könnte). Ihr ahnt es?
Das Aquarellbild gibt es noch immer nicht, dafür aber zwei neue Leinwände....

Aber dazu morgen mehr...

Mittwoch, 6. August 2014

Die Natur verschwendet sich


Unser Garten blüht - für mich immer wieder ein großes Wunder und Inspirationsquelle, eigentlich würde ich am liebsten den ganzen Tag dort verbringen und jäten und schneiden und gießen und sähen, ja, und natürlich malen, malen, malen. Diese Vielfalt an Formen, Farbnuancen, Schattierungen und Strukturen schreit ja förmlich danach, auf Papier oder Leinwand gebannt zu werden.



Die schönsten Farbkombinationen sind da entstanden, wo ich sie gar nicht eingeplant hatte - die Ringelblumen haben sich so ausgebreitet, dass sie sich in die Lavendelhecke schmiegen.




Die (ohne große Hoffnung auf Erfolg) großzügig verteilte Gartenblumenmischung hat wunderbare Schönheiten hervorgebracht...


... und ich bin mit Farbkombinationen beschenkt worden, die einzufangen ich fotografisch gar nicht so in der Lage bin. 



Und was tue ich? Ich arbeite wieder im Büro um meinen Lebensunterhalt zu verdienen, schleppe in der Mordshitze Steine, die wir großzügig geschenkt bekommen haben und die einmal in ferner Zukunft die Parkfläche für mein erträumtes Atelier befestigen sollen, ich wühle mich durch Antragsunterlagen für eine Regenwasserversickerung, Kostenvoranschläge für Dach und Fenster (und die bange Frage, wer das bezahlen soll) und verliere mich in dem alltäglichen Kleinkram, den ein jeder zu bewältigen hat, der einen eigenen Hausstand besitzt. Und damit ziehen diese wunderbaren Sommertage vorbei und den Garten bestaune ich nur in den Abendstunden beim Gießen.


Zwischendurch, wenn sich ein kleines Zeitlöchlein bietet, verbringe ich es damit, Unkraut zu zupfen, Verblühtes herauszuschneiden und Samen fürs kommende Jahr zu sammeln. Aber ich male nicht, ich zeichne nicht :( - was soll ich sagen? Die Tage sind einfach zu schnell vorbei!
Aber ich habe mich aufgerafft und fotografiert, um ein wenig von dieser Vielfalt mit in die dunkle Jahreszeit zu nehmen (in der Hoffnung, dass ich dann zum Malen kommen werde.


















Einige kleine Projekte habe ich natürlich trotzdem angestoßen, aber dazu ein andermal (mit hoffentlich nicht sooo langer Pause dazwischen)!

Donnerstag, 29. Mai 2014

Ein Design-Klassiker in unserem Wohnzimmer

Ja, richtig gelesen: ich bin stolzer Besitzer eines Design-Klassikers! Ihm, bzw. ihr gehört schon lange meine heimliche Liebe, allerdings wusste ich bis gestern nicht, dass es sich um einen Klassiker handelt, der sogar einen Platz im Museum Of Modern Art in New York hat. Da staunt ihr! Also, ich zumindest habe das getan. Das Design ist wirklich bis heute außergewöhnlich, aber was noch viel wichtiger ist, ist die Funktionalität. Und die ist bei aller Einfachheit so herausragend, dass ich das gute Stück seit Jahren durch Umzüge und Bauphasen mit mir geschleppt habe, selbst, als es durch Ersatzteilmangel irreparabel offensichtlich den Geist aufgegeben hatte. (Man beachte feinsinnig die Vergangenheitsform meiner Aussage... :D)

Wer auf ein Sitzmöbel oder ein Dekorationsobjekt spekuliert hatte, den werde ich wohl mit dem Kommentar zum Ersatzteilmangel etwas beirrt haben - um niemanden weiter auf die Folter zu spannen: Tadaaaa! Ich präsentiere:


Jep! Ihr seht richtig: Eine Nähmaschine??? Ja, und zwar meine absolute Lieblingsnähmaschine! Ich habe sie vor ewigen Zeiten als Dauerleihgabe von meiner Tante Anne bekommen und habe sie seitdem an die unmöglichsten Orte mitgeschleppt. Das Metallgehäuse lässt sich nämlich zu einer handlichen kleinen Kiste zusammenklappen, die sogar Rucksack-kompatibel ist. Viele Freundinnen von mir haben auf ihr ihre ersten Nähversuche unternommen, selbst mein damals noch kleiner Sohn hat mit seinen 5 Jahren Ostereier für Oma darauf genäht. Sie hat die Jahre über vieles verziehen, was man so einer Maschinenmechanik antun kann und tapfer durchgehalten, was für eine absolut solide Verarbeitung spricht. Und ich habe Kilometer um Kilometer Garn auf ihr vernäht, Wachstuch, PVC, Leder, Jeans und feinen Stoff, vor nichts machte diese Maschine Halt. Doch nachdem das Gehäuse des Fußpedals gebrochen war, fuhr sie leider nur noch Vollgas - oder gar nicht. Der freundliche Herr vom Reparatur-Service, den ich darauf hin konsultierte, bot an, das gute Stück in Zahlung zu nehmen, da seiner Aussage nach irreparabel. Ich habe dann zum Glück sein Sortiment "probegenäht" und, verwöhnt wie ich von dieser Maschine war, dankend abgelehnt. Zu groß, zu laut, Nahtbild zu ungleichmäßig... und irgendwann, als ich in Bereiche kam, wo die Maschinen qualitativ an mein "Schätzchen" herankamen: zu teuer. Viel zu teuer! 

Der Platz im Museum of Modern Art hat mir trotzdem ein Schmunzeln entlockt, aber letztendlich habe ich keinen adäquaten Ersatz finden können, das spricht ja doch für Einzigartigkeit.

Ich habe mir in den Zeiten danach mit Discounter-Maschinen beholfen, weil bei meinem sehr knappen Budget nichts anderes erschwinglich war, und habe geschimpft und gezetert und mehr oder weniger die Lust am Nähen verloren. Da musste mein Bedarf an etwas, was nicht käuflich zu erwerben war, schon sehr groß werden, um diese dann aus ihrem Pappkarton zu kramen und zum Einsatz zu bringen. 

In den letzten Wochen war dann dieser Zeitpunkt mal wieder erreicht, eine meiner Töchter war zu Besuch und wir haben nach ihren Entwürfen ein Kleid für den großen Tag genäht, an dem die Abitur-Zeugnisse überreicht werden. Bilder folgen hoffentlich noch, aber dafür hatten wir keine Zeit mehr, denn wie immer habe ich mit der Technik gerungen und gekämpft, um trotz aller Hindernisse ein Ergebnis zu erzielen, was mich zufriedenstellen konnte. Der große schwere Tisch hat gewackelt und der Fußboden hat gebebt und das Getöse war auf Dauer wirklich anstrengend!

Aber was hat das nun alles mit der alten Elna Lotus zu tun, mit meinem Design-Klassiker? 
Gestern hatten wir lieben Besuch mit Fachkenntnis: Achim hat meine Maschine in Einzelteile zerlegt, Kontakte gesäubert und improvisiert, wo der Riss im Fußpedal eine korrekte Motorsteuerrung verhinderte, und: sie läuft!!!! Sie läuft wie eh und je, schnurrt leise wie ein Kätzchen und mein Herz tanzt vor Freude! Danke, danke, danke!!!

Gestern Abend konnte ich es dann ja nicht lassen, mal eben schnell etwas Kleines anzufangen, schließlich war es schon spät, aber ruckzuck war das erste Projekt fertig, ohne Schimpfen und Aufregung, ohne Stecknadeln und gewellten oder verzogenen Stoff: Eine Hülle für mein Smartphone! (Es besitzt zwar schon einen Silikon-Bumper, da ich schreckhafter Mensch das gute Gerät schon mal fallen lasse oder es mir im Eifer bei der Arbeit einfach aus der Hosen- oder Jackentasche plumpst, und eine Schutzfolie fürs Display, aber diese leidet jedes Mal, wenn ich das Smartphone zusammen mit meinen Schlüsseln in der Handtasche transportiere.) Sicher, so etwas kann man auch fertig kaufen - muss man aber nicht :). 


Also, fix Wachstuch und Baumwollstoff (beide gefunden bei Stoff & Stil in Lübeck) auf Smartphone-Größe doppellagig zugeschnitten, ein Stückchen dänischer Webspitze aus dem Fundus gekramt und ab an die Maschine. Den Baumwollstoff habe ich an der oberen Kante schmal eingeschlagen und knappkantig auf den Wachsstoff gesteppt. Dabei habe ich das Spitzenband auf der einen Seite der Hülle mitgefasst, die andere Seite der Hülle hat im oberen Drittel ein Knopfloch in Bandbreite bekommen.


Dann habe ich das Wachstuch knappkantig auf der rechten Seite aufeinandergesteppt, den Innenstoff dabei mitgenäht und nachher alles sauber und glatt abgeschnitten. Das Band liegt nun im inneren der Hülle und kommt durch das Knopfloch wieder an die Oberfläche, damit ich mit seiner Hilfe mein Smartphone wie mit einem kleinen Lift herausziehen kann.


Damit das Band nicht aus Versehen durch das Knopfloch flutscht, habe ich als "Stopper" aus einem Lederrestchen einen stilisierten Vogel angenäht und mit Lackstift bemalt. Fertig ist meine Smartphonehülle!

Da sich noch niemand über das leise Surren der Maschine beschwert hatte, habe ich direkt noch ein kleines Täschchen nachgeschoben, so etwas kann "Frau" ja immer mal brauchen...


Und bevor ich das nächste Projekt in Angriff nehmen konnte, habe ich zum Glück auf die Uhr geschaut, Mitternacht war längst vorüber. Aber mich juckt es in den Fingern, jetzt mal wieder Kleider zu nähen, schließlich ist es Sommer (auch, wenn es heute draußen nicht wirklich so aussieht!) und ich liebe Kleider!

Donnerstag, 22. Mai 2014

Nur mal zur Anregung: DIY-Vintage-Bilder

Gerade eben scheint die Sonne auf unser altes Dach und die Temperaturangabe auf dem Thermometer im Wohnzimmer steigt und steigt... Nicht, dass es nicht auch so schon unerträglich warm wäre, diese Zahlen beim Klettern zu beobachten, macht alles nur noch schlimmer. 40,2°C sind nicht lustig!
Also versuche ich es mit Ablenkung und möchte Euch eine ganz einfache Idee vorstellen, um ein paar schöne Bilder an die Wand zu bekommen.


Die Idee kam mir, als ich mich bei Schacht&Westerich im Wandsbeker Quaree in Hamburg in zwei Postkarten von fotoeigenArt.ch verliebt habe. Sie sind beide von Annemarie Oerer fotografiert und die Farben und Motive lachten mich so an, dass ich nicht vorbei gehen konnte. Aber es lassen sich natürlich beliebige Motive verwenden, Kinderfotos oder Schwarzweißbilder zum Beispiel, um individuelle Geschenke zu kreieren - da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt!

Was braucht man?

Fotografien, Postkarten oder Bilder
Farbkopierer oder Drucker
Pinsel oder Schwammapplikator
passende Keilrahmen mit Leinwand
Acrylfarbe, Gel-Medium, Krakelier-Lack und ein bisschen Geduld


Zuerst einmal habe ich die beiden Karten auf meinen Drucker gelegt und eine Farbkopie gemacht.(Die Farben werden zwar auf Dauer nicht so haltbar sein, sondern irgenwann verblassen, aber für meine Idee sind die Postkarten vom Material her einfach zu fest.) Als nächstes habe ich die Bilder vorsichtig ausgerissen (nicht geschnitten), weil sich die gerissenen Kanten besser kleben lassen und sich nicht so leicht lösen.
Aus meinem Fundus habe ich mir zwei Keilrahmen ausgesucht, die einen etwas breiteren Rand bilden.


Für die Grundierung habe ich mir einen dunklen Farbton angemischt, der in beiden Bildern vorkommt, und die Farbe möglichst gleichmäßig auf beide Keilrahmen aufgetragen (Achtung: Die Seitenränder nicht vergessen!) Während ich mir dann einen Cappuccino gekocht habe, konnte die Farbe trocknen (was bei Acrylfarbe ja relativ fix geht) und ich konnte dann die Kopien mit einer Schicht aus mattem Gel-Medium aufkleben und mit einer dünnen Schicht darüber fixieren. Und wieder hieß es warten, bis auch diese Schicht getrocknet ist. (Kleiner Tip: Ungeduldige helfen vorsichtig mit dem Fön nach... dreimal dürft Ihr raten, was ich natürlich gemacht habe... Der Cappuccino war sowieso noch viel zu heiß!)


Im nächsten Schritt kommt die Herausforderung für ganz Ungeduldige: Der Krakelier-Lack! Er wird (Packungsaufschrift beachten, alle Produkte sind ein bisschen unterschiedlich!) gleichmäßig mit kurzen Pinselstrichen auf die gesamte Leinwand aufgetragen und musste in meinem Fall über Nacht trocknen. Ich bin also doch noch zu meinem Tässchen Cappuccino gekommen (und habe dann andere Bilder in mein ArtJournal gemalt).
Am nächsten Tag kam dann der Schritt, auf den ich schon sehnsüchtig gewartet hatte: Die letzte Farbschicht!
Im Bereich der Kopie habe ich auf den Krakelier-Lack mattes Gel-Medium aufgetragen, für die Ränder habe ich mir ein blasses Blau (mit viiieeeel Weiß drin) gemischt und möglichst zügig und unregelmäßig rund um das Foto aufgetragen. Der Krakelier-Effekt wird relativ schnell beim Trocknen der Farbe sichtbar.


 Viel Spaß beim Nachmachen! Vielleicht mag mir ja der ein oder andere von seinen Erfahrungen berichten, ich würde mich freuen!

(Nachsatz: Hurra! Ablenkung hat geholfen! Die Temperatur sinkt - obwohl mein Laptop höllenheiß geworden ist - nur noch 39,5°C!)

Montag, 12. Mai 2014

Ich lebe noch... oder: Ich liebe die Vielfalt!




Ja, ich lebe noch, mich gibt es noch und ich arbeite still vor mich hin :)
Nach einigen turbulenten Wochen mit Kinder-Ferienbesuch über die Ostertage und dem Besuch meiner Kinder mit allem Drum und Dran war viel Arbeit liegen geblieben, die erledigt werden wollte (und noch erledigt werden will). Außerdem wühle ich mich durchs Internet, um meine Selbständigkeit vorzubereiten, potentielle Ausstellungsorte für meine Bilder zu finden und und und...
Zu allem Überfluss machen die Frühlingsstürme mit ihren Regenfluten unserem alten Dach zu schaffen (und alarmierende Tropfgeräusche lassen uns immer wieder aufschrecken), und der Küchenabfluss ist immer noch verstopft (und dessen Ursache noch nicht aufgespürt). Das Haus fordert uns also auch, da mal endlich einiges in Angriff zu nehmen. Also sind wir viel durch die Gegend gefahren, haben uns Fenster und Baustoffhändler angesehen, viele Gespräche geführt, mit Ämtern telefoniert, was halt alles so dazu gehört. Trotzdem ist die Kunst nicht ganz zu kurz gekommen, in den letzten Tagen habe ich mich für eine Auszeit in meinem Behelfsatelier vergraben, um Zeit zum Nachdenken zu finden. Zwei Leinwände habe ich angefangen zu bearbeiten, sie sind noch im Prozess, an meinen Gelli-Platten-Drucken habe ich weiter gearbeitet, aber das wird ein anderer Post...
Hier kommt heute ein kleiner Einblick in mein ArtJournal, meine "Nebenbei-Aufwärm-Ich-habe-noch-Farbe-übrig"-Projekte, die Seiten, die ich zum "Warm-arbeiten", zum Experimentieren nutze, oder um meine Atelierstunden ausklingen zu lassen. Wenn ich durch die Seiten blättere, bin ich immer wieder von seiner Vielfalt überrascht, diese Art des Tagebuches für mich zu entdecken, war ein absoluter Glücksgriff!


Als ich mit diesem Bild anfing, hatte ich eigentlich nur Farbe vom Streichen eines kleinen Schränkchens übrig und wusste nicht, wohin damit :) - Meistens sind das die besten Bilder, bei denen man vorher nicht weiß, wohin einen der Pinsel führen wird...


Zwischendurch, als es um die Ostertage so schön warm war, habe ich einen kleinen Ausflug mit dem Tintenfüller und meinem ArtJournal durch unseren blühenden Garten gemacht, weil ich ich das Gefühl hatte, die Kunst schon viel zu lang vernachlässigt zu haben. Hier und da habe ich etwas halbherzig skizziert und irgendwann das Buch zur Seite gelegt.
Als ich dann an einer Leinwand gearbeitet habe und mich wieder mal in Geduld üben musste, um einem Trocknungsprozess die nötige Zeit zuzugestehen, habe ich angefangen, die Zeichnungen mit Aquarellstiften zu kolorieren, jetzt mag ich diese Seite doch ganz gut leiden...


Seit meinen Gelatine-Platten-Drucken liegen in meinem Atelier die Küchenrollentücher, die ich zum Trocknen der Schablonen benutzt habe. Ich konnte sie einfach nicht wegwerfen, weil die Farbverläufe darauf so spannend waren. Also habe ich sie in einzelne Lagen getrennt und für eine weitere Seite in meinem ArtJournal verwendet. Servietten-Technik sozusagen mit selbstgemalten Servietten...



Ich liebe solche Experimente! (Und ich bin froh, dass ich die Küchentücher nicht entsorgt habe, auch wenn ich mich bei solchen Aktionen immer ertappt fühle, wenn mir die Frage: "Ist das Kunst oder kann das weg?" begegnet.)

Als letztes nun ein Experiment mit Klebefolie über einer selbstgestalteten Schablone auf einer einfachen Werbe-Wurfsendung ... aber seht selbst!


Mehr von mir gibt es in den nächsten Tagen, da sind noch sooo viele Fotos, die vorgestellt werden wollen :).