‚ augenblick & eigensinn

Montag, 17. Februar 2014

Kleinigkeit (oder wie nennt man ein Quadrat von 10x10cm?)

Ein Doodle ist immer gut für zwischendurch :D
Die Amerikaner nennen das "Doodle", was bei uns ein wenig lieblos vielleicht als Kritzelei bezeichnet wird. Gemeint sind die kleinen, aus vielen verschiedenen Flächenschraffuren entstehenden Bildchen, die so mancher während eines Telefonates auf dem Notizblock hinterlässt. Ich tue das auch - und habe das mit Vorliebe in der Schule getan, nicht, weil mir zu langweilig war, sondern weil ich mich dabei tatsächlich besser konzentrieren und zuhören konnte und kann. Fast ist es so, als hätte dieses meditative "Vor-sich-hin-malen" den freundlichen Nebeneffekt, meine Gedanken konzentriert beieinander halten zu können.
Nimmt man allerdings große Blätter, dann kann das "doodlen" schon mal ausarten, das will ja niemand ;D.
Also habe ich gestern ein Blatt in kleine Karos von 10x10 cm geschnitten und einfach mal angefangen- und heraus gekommen ist dieses kleine Doodle:


Und weil das so entspannend war, habe ich heute noch eins hinzugefügt:


Diese beiden Doodle sind mit einfachen Filzschreibern gemalt, was bedeutet, dass die Farbe irgendwann verblassen wird. Da es zwei unterschiedliche Stifte waren (ein dicker und ein dünner), wird die Veränderung nicht gleichmäßig ausfallen. Schade eigentlich...
Nachdem ich gestern schon über dieses Problem nachgegrübelt habe, ist mir heute die rettende Idee gekommen: ich besitze über 20 Jahre alte Radiographen von Rotring, Tuschefüller für technische Zeichnungen in vier verschiedenen Stärken, die mit lichtechter Tinte befüllt werden! Damit müsste man diese kleinen Doodles doch ganz hervorragend malen können (hoffe ich). Also habe ich die Füller herausgekramt und weiche sie gerade in speziellem Reinigungskonzentrat ein, da sie natürlich in der Zeit hoffnungslos eingetrocknet sind. Sollte ich sie wieder funktionstüchtig machen können, werdet ihr bald neue Doodles zu sehen bekommen, versprochen!

Die versprochenen Bilder

Hier nun die aktuellen Fotos der Leinwand, die ich im letzten Post schon versprochen habe:


Dieses erste Foto zeigt die Leinwand in noch nassem Zustand, die Tintentropfen in den Bereichen, die ich mit Alkohol besprüht habe, sind deutlich zu erkennen, während die Bereiche, denen ich Wasser zugefügt habe, Verläufe bilden und sich mischen. An einigen Stellen habe ich später Salz zugefügt, um Farbe wieder zu entziehen. Jetzt ist die Leinwand getrocknet und ich kann sie weiter bearbeiten.



Sonntag, 16. Februar 2014

Die Kraft der Kreativität


Im Moment fesselt mich Papierkram immer öfter, als mir lieb ist und mir gut tut, an meinen Schreibtisch. Also habe ich in einem lichten Moment beschlossen, wieder richtig mit der Malerei anzufangen.
Eine gute Entscheidung, denn mein kleiner Ausflug mit Tinte auf Acryl- und auf Alkoholbasis hatte eine sehr belebende Wirkung. So belebend, dass ich erst darüber nachgedacht hatte, als Überschrift mit leichtem Schmunzeln "The Power Of Art" (in Anlehnung an die Liedzeile von Frankie Goes To Hollywood) oder "PowerART" statt Power Yoga zu nehmen. (Nicht, dass jetzt jemand denkt, ich hätte die Tinte versehentlich getrunken :D, das habe ich nicht - trotzdem war mein Zustand nach der Malakttion sehr beschwingt.) Als ich anfing, war ich genervt und müde - und bin so froh, dass ich mich dennoch aufraffen konnte! Zum Glück waren Zeit und Platz begrenzt (bis zum eigenen Atelier ist es, wie bereits erwähnt, noch ein weiter Umbau- und Renovierungsweg), ich hätte sonst ewig so weiter machen können! Meine Laune hob sich mit jedem Blatt, dass ich zum Trocknen zur Seite legen musste, und mit jeder neuen Idee, was denn noch alles ausprobierenswert wäre. 

Die Zutatenliste ist denkbar einfach: Leinwand und Aquarellpapier, Sprühfläschchen mit verdünnter Tinte, Alkohol und Wasser, grobes Salz, die Verpackungsfolie der Leinwand und (sehr wichtig!) Einmalhandschuhe und eine alte Wachstischdecke...


Ohne die alte Tischdecke und die Einmalhandschuhe sind die Spuren einer solchen Aktion nämlich nicht so leicht zu beseitigen und man hat tagelang sehr vielfarbige Finger, die sich einfach nicht mehr sauber waschen lassen. Wichtig bei der Auswahl der Farben ist, dass sie sich harmonisch mischen lassen, tatsächlich habe ich für diese Bilder Gelb und vier verschiedene Blautöne ausgesucht.
Experimente mit Alkohol, Wasser und Salz
Die einzelnen Bilder sind dann auf experimentellem Weg entstanden, in dem ich die aufgesprühte Farbe mit gesprühtem Alkohol und Wasser behandelt habe, um die Reaktion der Tintentropfen zu beeinflussen. 

Folienexperiment 1 nass und trocken
Folienexperiment 2 nass und trocken
Bei einigen Blättern habe ich Folie aufgelegt und das ganze so trocknen lassen (sehr schwer für so ungeduldige Menschen wie mich - nur lässt sich die Trocknung in diesem Fall nicht beschleunigen, ohne die Wirkung zu verändern), bei einigen Blättern habe ich die Farbe mit der Hand auf dem Blatt gemischt und durch schnelles abheben der Finger an einigen Stellen konzentriert, bei wieder anderen Blättern habe ich mit grobem Salz ähnlich wie in der Seidenmalerei gearbeitet, um Farbe wieder zu entziehen. 
Fingermischung und Salz, nass und trocken

Die Mischung der Farben lässt sich sehr schön über eine Bewegung des Malgrundes, über gezieltes Verdünnen mit Alkohol oder Wasser (die Wirkung ist unterschiedlich) oder aber auch durch Pusten beeinflussen. Nach diesen Experimente auf Papier habe ich mich dann an eine große Leinwand gewagt und war fasziniert von dem, was da passierte. Aber dazu ein andermal...



Ein Kartengruß

Jetzt bin ich schon seit über einer Woche nicht zum Schreiben gekommen - dabei gab es durchaus kreative Anlässe. Allerdings habe ich die kleinen Zeitfenster, die sich geboten haben, lieber dafür genutzt, etwas Kleines zu zaubern, als darüber zu schreiben. So habe ich mich am vorletzten Freitag an meinen Schreibtisch gesetzt, um eine Dankeschön-Karte zu schreiben, und einfach kein passendes Exemplar in meinem Fundus finden können. Was liegt also näher, als selbst eben zu Papier und Stiften zu greifen?

Also habe ich mit Aquarellbuntstiften ein paar Mohnblumen skizziert, den Hintergrund schraffiert...


... und darauf vertraut, dass Wasser und Salz für die nötigen Effekte sorgen würden und voilá:


Die Karte ist fertig und muss nur noch trocknen :D

Probiert es aus - es ist gar nicht so schwer! Mit Mut zur Lücke und zur Improvisation lässt sich leicht ein kleines persönliches Geschenk zaubern...



Mittwoch, 5. Februar 2014

Manchmal genügt schon ein Lächeln


Wie viel kann ein Lächeln bewirken! Lächelt man beispielsweise beim Spaziergang Menschen an, die einem begegnen, passiert es oft genug, dass sie mit einem Lächeln antworten. Oder wir selber antworten mit einem Lächeln, weil uns ein anderer Mensch mit einem Lächeln begegnet. Es liegt so ein Zauber in dieser einfachen Mimik. Ungesagt entsteht oft Verständnis für eine Situation. Es braucht dann keiner erklärenden Worte. Ein Lächeln ist ein Türöffner, läd uns ein.